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Alphonce – Eine Erfolgsgeschichte aus Tansania

Im Jahr 2014 kreuzten sich Pfarrer Martin Rupprechts und Alphonce Leonards Wege zum ersten Mal. Pfarrer Martin war zu diesem Zeitpunkt in Dar-es-Salaam, der größten Stadt Tansanias, und in der Pfarre Manzese zu Gast. Die Pfarre liegt im ärmsten Viertel der Sechs-Millionen-Einwohner-Stadt.

Wer schon einmal in Dar es Salaam war, weiß, dass man in dieser Metropole schnell den Überblick verlieren kann. Deshalb hatte der Priester der Pfarre Manzese Pfarrer Martin seinen Oberministranten Alphonce zur Seite gestellt. Einen jungen engagierten Mann voller Potenzial.

 

Alphonce wurde 1989 in Dar-es-Salaam geboren und wuchs mit drei Geschwistern und der Mutter in ärmlichen Verhältnissen in einer 15 m² großen Baracke auf. Natürlich ohne fließendem Wasser. Der Vater hatte die Familie verlassen. Alphonce hatte mehr Glück als andere Kinder und besuchte von 1998 bis 2008 die Volks- und Hauptschule.

Ein junger, engagierter Mann, der schon einiges allein erreichen konnte: Damals im Jahr 2014 hatte Alphonce bei Pfarrer Martin einen guten Eindruck hinterlassen. Er wollte diesem jungen Mann eine Chance geben, die Möglichkeit, sein Potenzial auszuschöpfen und etwas aus seinem Leben zu machen. So beschloss Pfarrer Martin, über seine Stiftung „Jugend fördern – Grenzen überspringen“ mit einem Stipendium zu helfen. Dadurch war es Alphonce möglich, das Diplom in „Mechanical Engineering“ am National Institute of Transport zu erreichen. Darüber hinaus begann er ein Lehramtsstudium an der Hochschule, welches er 2020 abschließen konnte. Seit 2019 unterrichtet er Mathematik in einer 61-köpfigen Klasse.

2017 besuchte Pfarrer Martin mit einer Gruppe junger Erwachsener Tansania. Alphonce führte die Gruppe drei Tage lang sehr umsichtig durch Dar es Salaam. Stolz zeigte er ihnen seine Stadt, aber auch das Armenviertel, in dem er aufwgewachsen war. 2019 folge noch ein Besuch mit anderen jungen Erwachsenen aus Wien. Sie sollten die Verhältnisse dort kennenlernen, um den eigenen Lebensstil richtig einzuordnen. Auch hier übernahm Alphonce zuverlässig die Betreuung der Gäste.

In den letzten Jahren hat sich viel in Alphonces Leben getan: 2018 verlobte er sich mit Adela Didasi Kanje. Ein Jahr später erblickte sein Sohn das Licht der Welt. Heiraten konnten sie jedoch erst 2020, weil er sich erst das Geld für die Mitgift verdienen musste. Die Hochzeit konnte schlussendlich am 21. November 2020 in einem Gottesdienst um 6 Uhr in der Früh (coronabedingt) gefeiert werden.

Alphonce zeigt uns, was möglich sein kann, wenn man die richtige Unterstützung gezielt erhält. Nachhaltige Unterstützung, wie eine Ausbildung für ihn selbst und in Zukunft auch seine Frau. Er hat die Möglichkeit bekommen, für seine Familie ein Leben aufzubauen und eine Zukunft für sein Kind. Nun können sie auf eigenen Beinen stehen. Außerdem leistet er in seinem Beruf als Lehrer einen wichtigen Beitrag zur Ausbildung von Kindern und Jugendlichen in Tansania.

Julia Weinelt, Teilnehmerin an der Fahrt 2017

 

 
Das Armenviertel, in dem er aufgewachsen ist … … und immer noch lebt.  
     
Neben der Schule hat Alphonce ein kleines Geschäft gegründet: Er sammelt zerbrochene Fliesen von den Baustellen … … und macht daraus Mosaike, die er z.B. für Hauseingänge anbietet.
     
Alphonce während seiner Lehre im Maschinenbau Mit seiner Mutter und den Geschwistern Ein Happy End: Die Hochzeit mit Adela!