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Tansania-Reise 2017

Im August 2017 fuhr Pfarrer Martin mit einer kleinen Gruppe nach Tansania, um unserer Partner vor Ort zu besuchen.

Hier können Sie das Reisetagebuch verfolgen.

Mein Tansania

Von Julia Weinelt

Reisen ist immer Veränderung. Nicht nur Veränderung des Klimas, der Menschen und der Kultur, sondern auch Veränderung unseres Denkens und unserem Bewusstsein. So hat auch unsere Reise nach Tansania mich beeinflusst, mein Denken verändert und meinen Horizont erweitert.

Tansania und Österreich sind zwei völlig unterschiedliche Welten. Was ich bisher in Österreich als selbstverständlich angesehen habe, wie Wasser aus der Leitung, ist in Tansania eine Besonderheit. Dadurch ist mein Umgang mit Wasser bewusster geworden. Mir ist durch diese Reise vor Augen geführt worden, dass die Menge an Wasser, die ich bei einmal duschen verbrauche, für eine Familie in Tansania wahrscheinlich eine Woche reichen würde. Mir ist bewusst geworden, dass eine große Anzahl von Menschen weltweit ein Leben leben muss, dass für uns Europäer undenkbar wäre.

Natürlich war ich mir der Tatsache bewusst, dass nicht alle Menschen in dem Wohlstand leben, den wir tagtäglich genießen können, aber durch unsere Reise hat mein Bild der Armut Farbe, Gesichter und Namen bekommen. Und trotzdem wirken diese Menschen glücklicher als wir Europäer mit all unserem sogenannten Reichtum. Sie sind glücklich mit dem was sie haben. Sie haben mir gezeigt, dass man ein glückliches Leben führen kann, ohne irdischen Besitz, durch ein Leben im Glauben an Gott und die Gemeinschaft. 

Was hat die Reise nach Afrika in mir verändert?

Von Sophie Weinelt:

Für mich war es die erste Reise außerhalb meines Heimatkontinentes Europa, und das erste Mal wurde ich mit einer komplett anderen Kultur konfrontiert. Es ist ein großer Unterschied ob man etwas über andere Kulturen im Fernsehen sieht oder ihnen in der Realität begegnet.  Die Reise in diese komplett andere Welt hat vieles verändert. Sie hat vor allem das Bewusstsein in mir verstärkt, dass es nicht allen Menschen so gut geht wie uns hier in Europa.

Wenn wir von unserer Art zu leben erzählten, staunten die Einheimischen; die Erzählungen von Wasser aus der Leitung, welches rund um die Uhr trinkbar ist, ließen ihre Augen groß werden, während neben uns die Eimer zum provisorischen Duschen standen. Die Frauen erzählten wie viele Kilometer sie zu gehen haben, um dieses Wasser zu erlangen. Immer noch dreh ich seither unter der Dusche das Wasser ab und überlege wie viele Eimer Wasser ich wohl gerade verduscht habe.

 

Des Öfteren streife ich durch die Supermärkte und denke an die Kids, die uns immer gefragt haben, ob wir nicht eine Süßigkeit für sie haben. Die Worte von Alphonce (Stipendiat der Stiftung von Pfarrer Martin), er möchte unbedingt nach Europa, um das richtige Leben zu erleben, gehen mir bis heute nicht mehr aus dem Kopf. Sie gaben mir Anlass mein Leben und die Art, wie ich es lebe oder leben möchte, zu hinterfragen.

Das Wichtigste scheint mir, dass wir in der unserer Welt daran arbeiten, solche Unterteilungen wie „erste“ und „dritte Welt“ gar nicht mehr zu gebrauchen, da wir alle in der selben Welt mit dem selben Standard leben. Das beinhaltet auch, dafür zu sorgen, dass die Menschenrechte, die Frauenrechte und die Kinderrechte in allen Ländern dieser Welt eingehalten werden.

Ich weiß jetzt, dass mein Leben und die Möglichkeiten die ich habe, nicht selbstverständlich sind. Ich möchte mich dafür einsetzten, dass irgendwann jedes Kind in die Schule gehen kann, und in einem sicheren Umfeld und in einer gesunden Umgebung aufwächst.

Doch nicht nur wir können Afrika helfen, es kann auch uns helfen. Wir, Europäer, täten uns gut daran, uns eine Scheibe von der Mentalität, der Lebensfreude und der Hoffnung der Afrikaner abzuschneiden, um unser Leben auf seelischer Ebene zu verändern. Wenn die Menschen lernen würden aufeinander zu achten und zu teilen, wäre die Welt ein besserer Ort. Denn egal ob weiß oder schwarz, wir sind alle aufeinander angewiesen. Ohne Afrika würde ein Europa wie unser heutiges gar nicht existieren. Und jetzt ist es an der Zeit Afrika etwas zurückzugeben…

 

Hat uns die Reise nach Tansania verändert?

Von Gisela Hax

Diese Frage wird uns von Freunden immer wieder gestellt und auch wir fragen uns das selbst.

Was hat sich seit unserer Rückkehr geändert?

Ich rege mich nicht mehr über defekte Haushaltsgeräte auf, schließlich haben wir in Tansania gesehen, dass man durchaus ohne Waschmaschine, Kühlschrank und  Spülmaschine leben kann. Ich bin einfach froh über die Annehmlichkeiten, die uns diese  Geräte bieten.

Ich erfreue mich an den asphaltierten Straßen, der funktionierenden Infrastruktur, den gutgefüllten Supermärkten. Alles Dinge, die ich früher für selbstverständlich gehalten habe.

Auch die Tatsache, dass unsere Kinder ohne Schulgeld eine hervorragende Ausbildung erhalten ist, uns wieder bewusst geworden. Ich bin nun für vieles dankbar, das ich früher für selbstverständlich gehalten und gedankenlos genutzt habe.

Gleichzeitig haben wir  in Tansania auch sehr viel Positives erlebt. Die Menschen dort sind sehr kontaktfreudig, hilfsbereit und dem Mitmenschen zugewandt. Trotz der harten Lebensbedingungen dort spürt man eine gewisse Gelassenheit, „hakuna matata – kein Problem“ ist das Motto. Wir haben auch wahrgenommen, dass in Tansania der Wille  besteht  aus eigener Kraft den Aufschwung zu gestalten.

Wir hoffen nun, dass  wir dieses Bewusstsein auch in den  Alltag retten können und wir nicht in  das  altbekannte Muster von Jammern, Stress und Unzufriedenheit zurückfallen.

Diese Reise war eine wunderbare, bereichernde Erfahrung.